FDn 50-1.4
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Fotolabor-Ausstattung, ausschließlich für Schwarzweiß:

In diesem Bereich profitiere ich heute noch davon, dass ich mir früher etwas Ordentliches gekauft und nicht gegeizt habe. Viel wichtiger als eine ordentliche Ausrüstung ist in diesem Bereich aber die Erfahrung, die ich allmählich so ansammle. Was mir hier sehr geholfen hat, war das Hobbylabor-Forum des ehemaligen Versandhändlers Phototec, sowie die ebenfalls mit Phototec-Unterstützung zusammengestellten Informationen im nicht mehr original existierenden www.schwarzweiss-magazin.de, das aber beim Online­magazin Fotoespresso eine neue Heimat gefunden hat.

Wer den RHD-Analyser mit einem Dunco II-66 und Gradations­wandel­modul verwendet, kann es mal mit meinen Einstellungen für Gradationen 00 bis 5 als Startwert versuchen. Der Dunco hat zwar keine Gradations­einstellung 00, aber ich interpretiere Drehknopf­einstellung 0 als 00 und 0,5 als 0. Ab 1 stimmt dann die Skala.
Ein schöner Hautton ist auf der RHD-Skala etwa bei der 3.-5. LED, für die Damen etwas heller, Männer­gesichter dürfen tendenziell etwas dunkler werden.

Adox MCP 312 (Charge aus 2011)
Offset -9 -10 -7 -4 -3 -14 -20, Contrast 167 145 130 112 100 85 85
Grad. 5 wurde von dieser Charge nicht erreicht, was mich aber nicht gestört hat.

Adox MCP 310 (Charge aus 2014)
Offset -8 -9 -13 -8 -6 -17 -21, Contrast 149 129 119 98 87 70 61

Ilford Multigrade IV RC 44M (Charge aus 2017)
Offset -6 -5 -4 -1 -1 -12 -16, Contrast 183 146 113 89 77 63 50

Ilford Multigrade IV RC 44M (Charge aus 2019)
Offset -4 -6 -5 -2 -3 -12 -15, Contrast 170 142 126 107 87 70 61

New Ilford Multigrade RC, pearl (Charge aus 2020)
Offset -6 -6 -6 -4 -4 -15 -21, Contrast 133 111 98 85 74 62 53

Bei einem Wechsel der Papier­sorte muss man selbst­verständlich wieder neu eintesten und den Labor­belichtungs­messer von Grund auf neu kalibrieren. Wer immer nur mit Probe­streifen gearbeitet hat, kann die bis dahin gesammelten Erfahrungen und sein intuitives Gefühl für die richtige Filterung leider nur begrenzt übertragen. Wie man sieht, gibt es aber auch bei Qualitäts­papieren Chargen­streuungen, insbesondere bei der Kontrast­wieder­gabe! Daher ist auch bei einem Nachkauf wieder eine Anpassung der Kalibrierung angesagt. Damit ich nicht ständig kalibrieren muss, bestelle ich immer gleich mehrere Schachteln aus einer Charge, doch möglichst nicht mehr als meinen Jahres­bedarf.

Meine Erfahrung mit dem neuen Ilford Multigrade RC Deluxe:
• im weichen und mittleren Bereich etwa 1 Stufe härter als MG IV,
• Gradationen gleichmäßiger abgestuft und daher feiner steuerbar,
• sichtbar wärmerer Bildton,
• längere Bild­spur­zeit (für Maximal­dichte sind aber 90s im Entwickler ausreichend),
• reagiert lt. Ilford deutlicher auf Tonung (noch nicht selbst ausprobiert, das alte MG IV hat den Bildton jedenfalls kaum geändert).
• einziger bisher entdeckter Nachteil: liegt nach dem Trocknen auf der Wäscheleine nicht ganz so eben wie das alte MG IV, d.h. Nasszeiten, in denen sich der Papierfilz von der Schnittkante her vollsaugt, sollte man nicht übermäßig ausdehnen.
Achtung: Für eine optimale Nutzung der Gradations­spreizung sollte man die Negative auf ein geringeres →gamma entwickeln: statt bisher 0,65 (gemessen auf dem Grundbrett) jetzt 0,55. Ilford hat die Gradations­stufen neu definiert und weicht damit von den anderen Papieren aus dem eigenen Haus ab. Auf der anderen Seite: Wenn man die bisherige Film­entwickung beibehält, erstellt man Vergrößerungen auf dieses neue Papier etwas weicher, d.h. mit mehr Y-Filterung und hat damit weniger Probleme mit der durch →UV-Anteile verursachten Unschärfe.