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Alte Canon-Spiegelreflexkamaras mit FD-Objektiven (manuelle Scharfstellung):
Dafür habe ich die umfangreichste Ausrüstung. Das liegt nicht daran, dass ich Canon für die beste Marke halte, ich habe mich eben vor vielen Jahren mehr aus dem Bauch heraus für eine Canon AE-1 Program entschieden, die Entscheidung offensichtlich nicht bereut und dieses System dann langsam und stetig erweitert. Da die meisten Canon-Teile auch früher schon in großen Stückzahlen hergestellt wurden, ist standardmäßiges und evtl. auch exotisches Zubehör heute noch reichlich zu haben, wobei die Preise für gute Teile ordentlich angezogen haben.

Noch ein Tipp speziell für alle Kameras der A-Serie: Diese Kameras wickeln den Film in der Kamera verkehrt herum auf. Daher haben sie nach dem Zurück­spulen auch einen Eigen­drall, der das Ein­spulen in die Entwick­lungs­spirale arg behindern kann. Mit dem Ent­wickeln wartet man am besten 2-3 Tage. Der Eigen­drall in der falschen Richtung hat sich dann entspannt, und man erspart sich so manchen Fluch in der Dunkel­kammer.

Dazu habe ich die nach­folgend aufgeführten Wechsel­objektive, seit 1970 in alter schwerer FD-Ausführung mit Chrom-Bajonett­ring oder von 1979-1989 in neuer, deutlich leichterer newFD-Ausführung. Der Zusatz S.C. bei den alten Aus­führungen steht für “Spectra Coating”, Canons Variante der Mehrfachvergütung. S.S.C. (“Super Spectra Coating”) war dann noch einmal eine Ver­besserung, zumindest beim Marketing. Bei den nFD Aus­führungen wurde diese Kenn­zeichnung dann weg­ge­lassen, weil eine Mehr­fach­vergütung mittler­weile welt­weiter Standard war. Dafür erhielten die besonders hoch­wertigen Objektive jetzt ein „L“ in der Bezeich­nung (wie Luxus? oder Licht­stärke?) und einen zusätz­lichen roten Ring. Profis und Amateure mit Geld konnten sich damit deutlich sichtbar als solche zu erkennen geben. Es geht das Gerücht um, dass vor allem die besseren Objektive durch Verschleiß von Kunst­stoff­lagern irgend­wann Spiel in der Fokus­einstellung bekommen werden. Ich habe bisher bei keinem meiner Exemplare so etwas fest­gestellt. Bei manchen nachfolgend aufge­führten Objektiven bemängele ich die Schärfe, was aber ein Jammern auf hohem Niveau ist. Etliche der Objektive zählten bei Ihrer Markt­ein­führung sicher zu den Perlen im Canon-Programm. Man sollte nicht vergessen, dass es sich zum Teil um 50 Jahre alte Konstruk­tionen handelt. Mit allen(!) kann man auch heute noch gute und ausreichend scharfe Fotos machen, das letztere auf jeden Fall, wenn man die WW-Linsen um 2 Stufen abblendet.

Fazit meiner persönlichen Erfahrung mit alten Canon-Linsen: Man darf nicht alles glauben, worüber man bei Internet-Recherchen stolpert. Selbst wenn dort das eine oder andere Objektiv als Geheim­tipp bezeichnet wird, steckt dahinter oft nur eine nostal­gische Begeisterung für die eigene Foto­aus­rüstung. Etwas deutlich Besseres aus dieser Zeit wird man leider nicht leicht finden, weder bei Canon noch bei der umfangreichen damaligen Konkurrenz. Achtung, das ist wieder Jammern auf hohem Niveau! Die Qualität der Marken­objektive aus den 80ern war durch­gehend ordentlich und weit­gehend unter­einander ver­gleich­bar. Doch leider erreichen insbe­sondere die alten Weit­winkel­objektive wegen der für Spiegel­reflex­kameras notwendigen Retro­fokus-Konstruktion nicht die Super­qualitäten neuerer Objektive für die spiegel­losen System­kameras. Die richtig guten Objektive für solche Kameras liegen aller­dings in einer anspruchs­vollen Preis­klasse, überhaupt nicht vergleichbar mit allem oben genannten.

Fazit Nr.2: Wenn man es mit dem Brenn­weiten­verhältnis nicht über­treibt, gibt es auch Zoom-Objektive aus den 80er-Jahren, die keinen Vergleich mit Fest­brenn­weiten zu scheuen brauchen. Eine kompakte, leichte und preis­werte nFD-Linse mit Super-Bild­qualität ist das 4,0/35-70. Ich empfehle: Unbedingt kaufen! Eben­falls eine noch gute Immer­drauf-Linse ist das deutlich größere und schwerere 3,5/35-105.