FDn 50-1.4
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Jeder weiß: Gute Fotos macht der Fotograf und nicht die Kamera. (Restaurant­besucher zum Koch: „Es hat vorzüglich geschmeckt! Welche Koch­töpfe haben Sie benutzt?“) Aber trotzdem interessieren sich viele für technische Daten, was ich an den Zugriffs­zahlen auf diese Seiten erkenne. Im Lauf der Jahre hat sich bei mir eine stattliche Anzahl guter Kameras und auch Schrott angesammelt, den ich hier einmal aufgelistet und bewertet habe. (Die Links dazu stehen oben.) Meine kleine Sammlung besteht aus etlichen Jahr­zehnten Technik­geschichte, angefangen von Klapp­falter von 1953 über Spiegel­reflex­kameras ein- und zweiäugig, ohne und mit Autofokus, analog und sogar digital. Den Schritt zur spiegel­losen System­kamera mit elektro­nischem Sucher habe ich mir bisher noch verkniffen. Mein Schrank ist bereits voll.

Sie werden beim Stöbern auf meinen Seiten fest­stellen: Ich bin beken­nender Canologe, es hat sich eben so ergeben! Natürlich gibt es auch wunder­bares Zeug mit anderem Marken­namen. Die Ausrüstung wurde im Laufe der Jahre immer umfang­reicher, weil mich das eine oder andere Teil einfach interes­siert hat, nicht weil man das wirklich alles bräuchte. Die meisten Kameras werden mehr oder weniger regel­mäßig benutzt. Ich habe keine Vitrine, in der ich sie nur anschaue und gelegent­lich abstaube. Seit langem unbenutzte Exemplare taugen ohnehin nichts und ich könnte sie nicht guten Gewissens weiter­empfehlen. Dagegen steigen gute Teile durch die Nach­frage internationaler Sammler rapide im Wert. Zwei extreme Beispiele: Für eine perfekt erhaltene Rolleiflex 2,8F habe ich 2009 bei einem Händler (d.h. inkl. 1 Jahr Gewähr­leistung) 850 € bezahlt. Der typische ebay-Preis dafür (ohne Garantie oder Rückgabe­recht) lag 2012 bei 1500 € und 2020 bei ca. 1900 €! Oder die super­kompakte Olympus µ-II: 2004 für 130 € im Handel erhältlich, 2009 (2 Jahre nach Produktions-Stop) in Best­zustand für 40 € gekauft, ist heute ohne Risiko nicht unter 200 € zu haben. Ähnlich ist es mit der Pentax Espio mini oder noch extremer mit der Contax T, gute Mini­kameras sind derzeit extrem gefragt.

Meine analogen Ausrüstungs­teile sind (abge­sehen von der EOS-Serie) etwa 30 bis 70 Jahre alt - und alle funktionieren uneingeschränkt. Nur einige weniger robuste Sucherkameras sind mittlerweile „verstorben“.

Bei diesem Alter sind natürlich gelegent­liche Wartungs­arbeiten nötig. Vor alter Feinmechanik habe ich jeden erdenk­lichen Respekt. Auf der anderen Seite: Es ist auch nur Mechanik. Mit ent­sprechen­dem Werk­zeug, etwas Geschick und wahr­scheinlich auch viel Glück habe ich in letzter Zeit erfol­greich einige meiner alten Stücke aufgeschraubt und repariert, z.B.:

Lediglich ein ukrainisches 2,8/80mm Volna-3 habe ich nach erfolg­reicher Ent­fettung der Blenden­lamellen dann doch noch vermurkst. Seitdem bin ich auf der Suche nach einem passenden Mini-Federchen für dieses ansonsten recht brauch­bare Objektiv.

Ein weiteres Problemchen waren die früher weit verbreiteten → Queck­silber­knopf­zellen (1,35V), die aus gutem Grund heute nicht mehr erhältlich sind. Aber dafür habe ich gleich mehrere Alternativen.

Meine Lieblingskamera im Urlaub:

Ich meine hier wirklich: unbe­schwerten Urlaub, nicht Fototour. Meine Prioritäten sind daher: leicht, kompakt und trotzdem gute Bild­qualität. Auf eine spezielle Foto­tasche oder gar einen Foto­ruck­sack verzichte ich dabei immer. Wenn mir für ein Super­foto das geeignete Objektiv fehlt, genieße ich entspannt den Anblick und lasse die Kamera eben weg.

Mein Trend geht zum Mittel­format 6x6, und da geht bei mir nichts über die Mamiya 6 mit dem 50er Weit­winkel. Diese Kamera ist so leicht und kompakt, dass sie mir auch in einem längeren Urlaub nicht lästig wird.
Alternative 1: EOS 33V (leichter und leiser als die Profigehäuse) mit EF 2,0/35 IS und Batterie­griff, weil Auto­fokus und „Wackel­dackel“ viel Strom ziehen. Dafür komme ich auch in der dunklen Jahres­zeit verwack­lungs­frei mit 100er Stardard­film zurecht.
Alternative 2, wenn man von Kennern bewundert werden will: Rolleiflex oder die F-1 mit 2,8/24 und 1,4/50 (im Sommer nur mit dem 4,0/35-70).
Alternative 3: Für den kurzen Urlaub, wenn ich mich nicht entscheiden kann, was ich einpacken soll: einfach nur die Minox 35ML (passt in jede Jacken­tasche) oder die Rollei 35S.
Als Reserve, wenn mal eine Kamera ausfallen sollte: gar nix! Den einzigen Total­ausfall habe ich vor gefühlten 25 Jahren selbst verschuldet, weil mir die A-1 aus dem Koffer­raum auf den harten Garagen­boden gepurzelt ist.

Meine Wunschliste:

Ich bin ziemlich komplett ausgestattet und mit noch mehr Ausrüstung mache ich sicher keine besseren Bilder. Infolge meines GAS(*)-Leidens bin ich trotzdem schwach geworden und habe mir nach langem Zaudern eine EOS 30D geleistet, nachdem im Sommer 2007 klar war, dass das Nach­folge­modell kein zusätzliches Merkmal hat, das ich unbedingt brauche. Dafür gab’s die 30D zum Schluss­verkaufs­preis. Nach 3 Jahren betrug der Markt­wert noch 1/3, nach 4 Jahren noch etwa 1/4 des Kaufpreises usw. Mittlerweile ist der Marktwert auf Ramsch­niveau, aber gute Bilder macht sie immer noch. Diese DSLR kann keines­falls meine bis­herige Aus­rüstung ersetzen, sondern sie ist nur eine gelegent­lich benutzte Ergänzung, wenn es mal Farbe statt Schwarz-Weiß sein soll oder wenn es schnell gehen muss. Für einen Einstieg in die digitale Fotografie gibt es für mich immer noch keinen Grund, der einer ernst­haften Über­prüfung stand­hält! Zu den früheren Farbdias sehe ich weit und breit keine digitale Alter­native für die Projektion und Farb­negative haben für mich nie eine besondere Rolle gespielt.

Die Klasse der digitalen Edel-Kompakt­kameras könnte mich auch in Versuchung führen. Worauf ich eigentlich warte, ist eine robuste(!) Digiknipse mit gutem Sucher, der auch in heller Sonne nutzbar ist, und mit einem ohne Einschränkungen nutzbaren, licht­starken Brenn­weiten­bereich von etwa 24-80mm (entsprechend KB). D.h. ich erwarte eine Robustheit und Qualität, die mit guten Spiegel­reflexen mithalten kann. Wie auch bei kompakten KB-Kameras habe ich jedoch bei der filigranen Mechanik und den vielen Motörchen (Objektiv rein/raus, Brenn­weiten­ver­stellung, Auto­fokus, Anti­shake) berechtigte Zweifel an der Lang­lebig­keit, die einen Preis von 800€ und mehr recht­fertigt. Wenn dann mal eine Reparatur fällig wird, ist die kompli­ziert und teuer und meist ein wirt­schaft­licher Total­schaden.

Unabhängig von solchen Entwick­lungen werde ich also noch lange mit meinen alten Kameras und mit SW-Film foto­grafieren. Es macht Spaß, ich erhalte Ergebnisse, wie ich sie mir vorstelle, und alles, was man dazu braucht, habe ich schon längst im Über­fluss. Ich rede mir immer ein, dass das alles gute Kapital­anlagen sind. Die ständige Entscheidung, welche Kamera oder Objektiv denn mal wieder dran kommen könnte, empfinde ich dagegen als eher hinderlich. Daher habe ich mein GAS(*) mittler­weile gut im Griff!


(*) GAS = Gear Acquisition Syndrome
oder: “He who dies with the most stuff wins” :-)