FDn 50-1.4
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Canon EOS Autofokus-Kameras mit EF-Objektiv­anschluss

Für die Besucher, die nicht so viel lesen wollen, gibt es jetzt auch direkte Links zu meinen persönlichen Einschätzungen und Erfahrungen mit meinen Canon EOS-Gehäusen und EF-Objektiven:
EOS 50(E), EOS 3, EOS 1V, EOS 3000N, EOS 30/33(V), EOS 300X, EOS 30D,
EF-Zooms, EF-Festbrennweiten

Nach noch etwas unglücklichen Autofokus-Versuchen mit der T-80 wurde dieses vollständig neue Electro-Optical System 1987 mit der EOS 650 einge­führt. Es hat über 30 Jahre lang unver­ändert den Stand der Technik von Spiegel­reflex­kameras mit Autofokus darge­stellt. Das alte FD-Bajonett gab es dagegen „nur“ 19 Jahre lang. 2018 kam die all­mäh­liche Ablösung durch das Canon RF-Bajonett für spiegel­lose Voll­format­kameras. Im Gegen­satz zu den alten FD-Objektiven gibt es bei EF keine mecha­nische Signal­über­tragung mehr, sogar der Blenden­einstell­ring ist wegge­fallen, ebenso wie an den EOS-Gehäusen der Schwing­hebel für Verschluss­aufzug und Film­transport. Alle Signale (Autofokus und elektro­magnetische Blende) werden elektrisch über einen bidirektionalen seriellen Datenbus übertragen. Das bedeutet unter anderem: Ohne dicke Batterie geht gar nichts mehr. Diese braucht man jetzt nicht nur wie bei den alten Kameras zur Belichtungs­messung, sondern auch für Film­transport, Auto­fokus­motor, Blenden­steuerung, Ver­schluss­ablauf und eventuell noch IS-Bild­stabilisator oder integriertes Blitz­licht. Die Spezial-Foto­batterien (CR2, CR123A oder 2CR5) gibt es nur in Fach­geschäften. Für Viel­fotografierer ist daher ein zusätzlicher Batterie­handgriff ein sinnvolles Zubehör. Diesen kann man dann mit überall erhältlichen AA-Batterien oder -Akkus bestücken. Leider wird die Kamera damit deutlich schwerer, und ich nehme solche Boliden wie die EOS-1V mit Batterie­handgriff nur ungern mit in den Urlaub.

Bei den EOS-Kameras gibt es die vom Marketing angestrebte Einteilung in die Ziel­gruppen

Mit der Bildqualität hat diese Einteilung gar nichts zu tun, denn dafür ist das Objektiv entscheidend. Weil eine funktion­ierende Belich­tungs­auto­matik bei allen selbst­ver­ständlich ist, kann man mit jeder dieser Kameras gute Fotos machen. Die Einteilung hat neben der Robust­heit vor allem einen Einfluss auf die Haptik, wenn man die Kamera in die Hand nimmt. Je weniger Ziffern die EOS-Nummer hat, um so heller und kontrast­reicher ist das Sucher­bild, um so mehr Infor­mationen werden dort angezeigt, und um so schneller reagiert der Autofokus. Je mehr Ziffern die EOS-Nummer hat, um so kleiner, leichter und billiger wird das Gehäuse, was auch nicht zu verachten ist. Bei den neueren 3- und 4-stelligen Nummern hat Canon das schwere Penta­prisma durch eine leichte Spiegel­konstruktion ersetzt und evtl. nur noch ein Plastik-Bajonett verbaut. Für die jeweilige Ziel­gruppe bedeutet das aber keine ernst­hafte Ein­schränkung.

Die EF-Objektive sind voll kompatibel zu allen Canon-DSLRs, und von denen gibt es richtig viele. Daher ist der Ansturm auf gutes Glas gewaltig, die Preise leider ebenso, und die sonst so beliebten Internet-Auktionen sind oft uninteres­sant. Die immer schon billigen, licht­schwachen Standard-Zooms 28-80mm (=„Flaschen­böden“) der frühen Kit-Angebote aus Kamera+Objektiv will dagegen heute keiner mehr haben. Da ambitio­nierte Neu-Einsteiger wohl auf die spiegel­losen Canons mit EF-M oder RF Objektiv­anschluss setzen werden, werden die EF-Gebraucht­preise lang­fristig sicher sinken. Ich fürchte aber, dieser Effekt wird noch etliche Jahre auf sich warten lassen.

Achtung: Wegen des kürzeren Auflage­maßes von 42mm (= Abstand von Film­ebene bis Bajonett) ist es außer bei Macro-Objektiven nicht sinnvoll, die alten FD-Linsen an das EF-Bajonett zu adaptieren. FD an einer spiegel­losen RF-Kamera ist dagegen problemlos, wenn die optische Qualität passt und man auf Komfort verzichten kann. Für EF→RF oder EF-S→RF gibt es original Canon-Adapter, die alle Funktionen unterstützen.

Zur Info hier die aktuellen Canon-Auflagemaße:
EF und EF-S 44mm, EF-M 18mm, RF 20mm
Seit 2018 hat Canon im rück­läufigen und daher heiß umkämpften Markt der System­kameras also 4(!) verschiedene Objektiv­serien, die gepflegt und erweitert werden wollen. Man konnte vorher­sagen, dass das nicht so weitergehen wird. Eine mittlerweile klare Prognose ist, dass das Zeitalter der Spiegel­reflex­kameras samt EF(S)-Bajonett beendet ist. Canon hat schon ange­kündigt, dass keine EF-Objektive mehr neu entwickelt werden. Das Angebot im Handel ist fast schlagartig sehr dünn geworden, was den Druck auf den Gebrauchtmarkt steigert. Was bleibt, sind spiegel­lose Systeme ohne optischen Sucher. Bei Canon gibt es dann für Amateure APS-C-Sensoren und EF-M mit einge­schränktem, aber für die Ziel­gruppe ausrei­chendem Objektiv­angebot. Für Profis und Amateure mit Geld gibt es Voll­format und RF mit breitem Angebot an Spezial­objektiven.

Meine anfängliche Begeisterung für die EOS-Voll­automatik hat schon wieder etwas nach­gelassen. Okay - der Autofokus funktioniert meistens und ist toll z.B. bei Sport­auf­nahmen von den Kids. Die Präzision erreicht allerdings nicht immer die Qualität einer sorg­fältigen manuellen Scharf­stellung, und der Autofokus ist auch nicht immer schneller. Die zweifellos hohe Schärfe­leistung guter moderner Objektiv­konstruktionen ist daher nur bedingt nutzbar. Für präzise manuelle Scharf­stellung habe ich in meinen EOS-Kameras leider keine geeignete Sucher­matt­scheibe. Ganz interessant in diesem Zusammen­hang ist, dass aktuell extrem lichtstarke Objektive wie Laowa 0,95/35mm, Nikkor Z 0,95/58mm oder Super Nokton 0,8/29mm (für MFT-Kameras) ohne Autofokus auf den Markt kommen. Autofokus ist eben nur schnell, manuell geht es aber genauer.

Nachfolgend finden Sie meine persönlichen Einschätzungen zu Canon EOS-Gehäusen und EF-Objektiven. Weil die Liste immer länger geworden ist, gibt es auch direkte Links:
EOS 50(E), EOS 3, EOS 1V, EOS 3000, EOS 30/33(V), EOS 300X, EOS 30D,
EF-Zooms, EF-Festbrennweiten

Dazu folgende Wechselobjektive und Zubehör (* = unterstützt ETTL-II):

Fazit meiner Erfahrungen mit EF-Objektiven: Die alte Regel, dass Festbrenn­weiten grund­sätzlich besser als Zooms sind, gilt schon lange nicht mehr! Lediglich bei den billigen Kit-Zooms und den Super-Zooms mit extremen Brenn­weiten­verhältnissen jenseits von ca. 3 ist mit Einbußen bei der Bild­qualität zu rechnen. Mein Tamron 28-75 (etwas abgeblendet) oder Canon Zooms der L-Serie brauchen dagegen einen Vergleich mit einfachen Fest­brenn­weiten nicht zu scheuen. Ein gut brauch­bares Zoom scheint auch noch das EF 24-105mm 3.5-5.6 IS STM zu sein, wenn man nicht allzu viel Geld für die edle L-Baureihe ausgeben möchte (allgemeine Einschätzung ohne eigene Erfahrung). Nach meiner Meinung sind Fest­brenn­weiten nur noch für Spezial­zwecke unver­zichtbar, wie z.B. Tilt/Shift oder licht­starke Objektive. Dann wird’s aber meistens richtig teuer, da die Produktions-Stück­zahlen für solche Anwendungen eher gering sind. Anderer­seits: Gute Zooms sind immer groß und schwer. Da haben Festbrenn­weiten ganz klar ihren Vorteil. Ich mag die Fest­brenn­weiten auch noch deswegen, weil das Fest­legen des Bild­aus­schnitts durch Hin- und Her- und Vor- und Zurück­gehen erfolgt (auch Turnschuh-Zoom genannt). Das führt zumindest bei mir zu einem weniger hastigen Knipsen und zu einer geringeren Aus­schuss­quote.

Noch eine Warnung zum Schluss: Meine Einschätzung der Objektiv­qualität beruht auf meinen Erfahrungen mit Film oder mit meiner 8MP-DSLR. Wenn man die oben genannten Linsen an eine aktuelle Canon mit 33MP APS-C Sensor ansetzt, wird man in der 100%-Ansicht enttäuscht sein. Mit dieser Sensor­auflösung sind die Hersteller über das Auflösungs­vermögen der Mehrzahl ihrer Objektive hinaus­geschossen. Erst recht gilt das für künftige Kameras mit wahr­scheinlich noch mehr Pixeln. Objektive, die da mithalten können, sind rar, seeehr teuer und stoßen sicher auch an unüber­windbare physikalische Grenzen. Die vielen Megapixel brauchen sie für’s Marketing, für die Bild­qualität offen­sichtlich nicht.

Jetzt mal ehrlich: Für einen nicht mit der Lupe, sondern normal betrachteten Kunst­druck braucht man eine Druck­auflösung von 150 ppi (pixel per inch), bei 33MP entspricht das einer Print­breite von 46 Zoll oder etwa 1,2 Meter. Das menschliche Auge hat in diesem Entfernungs­bereich eine Auflösungs­grenze von 2 Winkel­minuten. Wenn man als eher nahen Betrachtungs­abstand eines Bildes die Bild­diagonale nimmt, sind das entlang dieser Diagonale 1500 Punkte. Mehr könnte man ohnehin nicht sehen. Diesen Wert hat schon im Jahr 2000 meine aller­erste Digi­knipse mit 3,3 MP deutlich über­troffen. Die EOS 90D hat hier 8000 Pixel zu bieten, und die Sony Alpha a7R IV sogar 11500! Wer braucht denn so was in einer Kamera im KB-Format? Ich behaupte: Vor allem prestige­trächtige Amateure. Profis eher nicht, denn eine aktuelle Profi­kamera wie die EOS R3 hat weniger. Es gibt neben den Megapixeln auch noch andere, nicht weniger wichtige technische Quali­täts­merk­male eines Fotos, wie z.B. Überstrahlungen, Vignettierung, Verzeichnung, Farbsäume oder Rauschen.

Die genannten 1500 Punkte auf der Diagonalen entsprechen bei KB-Film einer Auflösung von etwa 0,03 mm oder umgerechnet 17 LP/mm. Damit man noch etwas Reserve für Bild­zuschnitte oder Ausschnitt­vergrößerungen hat, erhöhen wir jetzt die Wunsch­auflösung auf 30 LP/mm. Das schafft jedes meiner Objektive, auch die alten Kit-Linsen aus der Kategorie „Flaschen­boden“. Immerhin ist die Mehr­zahl der Hobby­knipser damit glücklich und zufrieden gewesen. Also ist (aus meiner Sicht) alles gut! →Mittelformat hat hier natürlich mehr „Fineprint“-Reserven.