FDn 50-1.4
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Mittelformat 6x6 auf 120er Rollfilm:
Damit macht (mir) Fotografie am meisten Spaß, beginnend mit dem Blick von oben in den Licht­schacht (meine Schwester: „Uiih - sieht das plastisch aus!“) bis zum Ver­größern in der Dunkel­kammer. Für Schnapp­schüsse ist dieses Format eher unge­eignet. Bis ich fertig bin mit Ent­fernungs­ein­stellung und Belichtungs­messung vergeht immer ein Weilchen. Das ist gut so, denn dann kann ich besser abschätzen, ob das Bild ein gutes werden könnte. Oft klappe ich dann wieder zu, ohne auszu­lösen. Mittel­format-Fotografie ist damit genau das Gegen­teil der heute verbreiteten hektischen Handy-Knipserei, “slow pics” sozusagen. Wer sich für Mittel­format interes­siert, dem empfehle ich vor dem Einstieg dringend einen virtuellen Foto­spazier­gang mit KB-Kamera und einer Objektiv­auswahl von etwa 4/35, 3.5/50 und 4.5/100 (äqui­valente KB-Brenn­weiten), sowie einem Hand­belichtungs­messer - und verdoppeln Sie dann das Gewicht der Foto­tasche. Die möglichen Nach­teile werden Ihnen dann schnell klar. Später in der Dunkel­kammer können Sie die Vorteile des größeren Negativ­formats umso mehr genießen (und nicht nur virtuell).

In diesem Zusammen­hang ein schneller Gewichts­vergleich diverser Kameras mit Normal­objektiv und gegebenen­falls Batterie:
KB: Canon AL-1 0,8kg; EOS-1V 1,3kg (mit Batterie-Handgriff 1,6kg)
6×6: Bronica S2 mit Lichtschacht 1,9kg (mit Prismen­sucher 2,5kg);
aber es gibt auch Mittel­format light: Mamiya 6 1,2kg; Rolleiflex 1,3kg

Sie werden dann, wenn Sie mit solchen Kameras unterwegs sind, auch öfter von wild­fremden Menschen angesprochen, dass deren Vater (Opa?) auch so eine Kamera hatte, und „Die macht doch sicher gute Bilder!“ Oder wie ich mit der Rolleiflex in der Schweiz einmal bewundert wurde: „Jooo, däs isch die Ächchte!“