FDn 50-1.4
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Ilford HP5+, entwickelt in Kodak Xtol (1+1)

Dichtekurven

x-Achse: Blendenstufen, 0 entspricht Zone 5 entsprechend der Belichtungsmessereinstellung
y-Achse: log. Dichte über Schleier; gestrichelte Kurven: Detailkontrast gamma

Bitte beachten: Es handelt sich hier um einmalige, statistisch nicht abgesicherte Messungen. Die Tatsache, dass meine Entwicklungszeiten von den Datenblatt-Empfehlungen abweichen, ist der Beweis, dass Entwicklungsdaten sehr persönlich sind. Jeder hat einen anderen Vergrößerer mit unterschiedlichem Streulichtverhalten, ein anderes Thermometer, einen anderen Belichtungsmesser, eine andere Kippheftigkeit usw. Am eigenen Eintesten führt also kein Weg vorbei.

Film HP5+   D3200
Entwicklungszeit in Minuten 14:30 17:00 20:00
mittlerer Gamma-Wert 0,66 0,73 0,75
eingestellte Empfindlichkeit ISO 500 1250 1250

Man erkennt in der Darstellung des Detailkontrastes bei Normalbelichtung (rote Kurven) ein ausgeglichenes, gutmütiges Kontrastverhalten mit reichlich Überbelichtungsreserven. Gepusht auf ISO-1250 (blaue Kurven) ist die Schattendichte erwartungsgemäß geringer, die Belichtungsreserven in den Lichtern bleiben aber voll erhalten.

Interessant ist die dünne violette Linie, die ich hier nur zum Vergleich eingezeichnet habe: das ist der Ilford Delta3200, belichtet auf ISO-1250. Wenn man den Preis und die Herstellerversprechungen sieht, ist der nur enttäuschend und hat zumindest in diesem Empfindlichkeitsbereich gegenüber dem HP5+ keine Vorteile!

Dichtemessung: mit Laborbelichtungsmesser und Densitometer Hauck MSA-II auf dem Grundbrett meines Dunco II-66 Vergrößerers mit Multigrade-Mischkopf

Für alle Kurven gilt:
Kleinbildfilm Ilford HP5+,
belichtet auf ISO-500 bzw. 1250 ("0" auf der x-Achse = Belichtung lt. Belichtungsmesser),
entwickelt in einer JOBO Dose 1520,
Entwickler Kodak Xtol in Verdünnung 1+1,
Temperatur 20,0°C, gemessen mit kalibriertem Digitalthermometer,
Ilford-Kipprhythmus, d.h. erste Minute ständig, dann 3x jede volle Minute.

Mein Ziel ist immer, die Dichtekurven im Bereich der Zonen 2-8 (d.h. +/- 3 Blendenstufen) zwischen die beiden gestrichelten Linien zu bekommen, die einem Gamma von 0,60 bzw. 0,66 entsprechen. Dadurch erhalte ich die für mich ideale Entwicklungszeit und die dazugehörige Filmempfindlichkeit bei mindestens D=0,2 in Zone 2. Ich werte bewusst nicht nach dem unter Zonenfotografen üblichen Kriterium (Zone 1: D=0,1) aus, da die Dichtekurve im Fuß abflacht und die Werte dort nur schwer reproduzierbar sind. Die Definition der Filmempfindlichkeit nach ISO ist wieder eine andere, und die Filmhersteller geben nochmal andere, schwer nachvollziehbare Empfehlungen. Den größten Teil meiner Negative kann ich so auf jeden Fall mit einer Filtereinstellung im Bereich Gradation 2-3 vergrößern und mit den Schattendetails habe ich auch keine Probleme. Für nicht-durchschnittlichen Objektkontrast habe ich beim Vergrößern dann den nötigen Spielraum nach oben und unten.