FDn 50-1.4
> Delta 100 in A49 > APX 100 in Xtol > HP5+ in Xtol > Delta 3200

Ilford Delta 3200, entwickelt in Xtol oder DD-X

Dichtekurven

x-Achse: Blendenstufen, 0 entspricht Zone 5 entsprechend der Belichtungsmessereinstellung
y-Achse: log. Dichte über Schleier; gestrichelte Kurven: Detailkontrast gamma

Bitte beachten: Es handelt sich hier um einmalige, statistisch nicht abgesicherte Messungen. Die Tatsache, dass meine Entwicklungszeiten deutlich von den Datenblatt-Empfehlungen abweichen, ist der Beweis, dass Entwicklungsdaten sehr persönlich sind. Jeder hat einen anderen Vergrößerer mit unterschiedlichem Streulichtverhalten, ein anderes Thermometer, einen anderen Belichtungsmesser, eine andere Kippheftigkeit usw. Am eigenen Eintesten führt also kein Weg vorbei.

Entwickler Xtol 1+1 Xtol 1+1 DD-X 1+4
Entwicklungszeit in Minuten 18:00 @20°C 20:00 @20°C 14:30 @24°C
mittlerer Gamma-Wert 0,63 0,75 0,94
eingestellte Empfindlichkeit ISO 640 1000 2000

Man erkennt in der Gegenüberstellung der drei Kurven sehr schön, was beim Pushen mit dem Kontrast des Negativs passiert. Für normalen Kontrast und schöne Grauabstufungen (rote Kurve) sind nicht mehr als ISO 640-800 drin - und das ist nur wenig mehr, als der HP5+ bietet. Auch der Entwickler Calbe A49 holt nicht mehr heraus. Gepusht auf höhere Empfindlichkeiten wird die Schattendichte erwartungsgemäß geringer, und die steile Dichtekurve deutet schon an, dass man da beim Vergrößern seine Probleme haben wird. Der HP5+ verhält sich da nicht so extrem.

Zeiten über 20 Min. werden irgendwann langweilig und es esteht die Gefahr, dass verdünnte Entwickler durch zunehmende Oxidation in ihrer Aktivität nachlassen. Daher habe ich bei der ISO-2000-Variante einmal den Entwickler Ilford DD-X (1+4) ausprobiert (weitgehend identisch mit Kodak T-Max oder Tetenal Ultrafin+) und die Temperatur auf 24°C erhöht.

Dichtemessung: mit Laborbelichtungsmesser und Densitometer Hauck MSA-II auf dem Grundbrett meines Dunco II-66 Vergrößerers mit Multigrade-Mischkopf

Für die Kurven gilt:
Kleinbildfilm Ilford Delta 3200,
belichtet auf ISO-640, 1000 bzw. 2000 ("0" auf der x-Achse = Belichtung lt. Belichtungsmesser),
entwickelt in einer JOBO Dose 1520,
Entwickler Kodak Xtol (20°C) bzw. Ilford DD-X (24°C)
Temperatur 20,0 bzw. 24,0°C, gemessen mit kalibriertem Digitalthermometer,
Ilford-Kipprhythmus, d.h. erste Minute ständig, dann 3x jede volle Minute.

Mein Ziel ist immer, die Dichtekurven im Bereich der Zonen 2-8 (d.h. +/- 3 Blendenstufen) zwischen die beiden gestrichelten Linien zu bekommen, die einem Gamma von 0,60 bzw. 0,66 entsprechen. Dadurch erhalte ich die für mich ideale Entwicklungszeit und die dazugehörige Filmempfindlichkeit bei mindestens D=0,2 in Zone 2. Ich werte bewusst nicht nach dem unter Zonenfotografen üblichen Kriterium (Zone 1: D=0,1) aus, da die Dichtekurve im Fuß abflacht und die Werte dort nur schwer reproduzierbar sind. Die Definition der Filmempfindlichkeit nach ISO ist wieder eine andere, und die Filmhersteller geben nochmal andere, schwer nachvollziehbare Empfehlungen. Den größten Teil meiner Negative kann ich so auf jeden Fall mit einer Filtereinstellung im Bereich Gradation 2-3 vergrößern und mit den Schattendetails habe ich auch keine Probleme. Für nicht-durchschnittlichen Objektkontrast habe ich beim Vergrößern dann den nötigen Spielraum nach oben und unten.