FDn 50-1.4
> Delta 100 in A49 > APX 100 in Xtol > HP5+ in Xtol > Delta 3200

Ilford Delta 100, entwickelt in Calbe A49 (1+1)

Dichtekurven

x-Achse: Blendenstufen, 0 entspricht Zone 5 für Belichtungsmessereinstellung auf ISO-160
y-Achse: log. Dichte über Schleier; rote Kurve: Detailkontrast bei Entwicklungszeit 19:00 Min.

Bitte beachten: Es handelt sich hier um einmalige, statistisch nicht abgesicherte Messungen. Die Tatsache, dass meine Entwicklungszeiten deutlich von den Datenblatt-Empfehlungen abweichen, ist der Beweis, dass Entwicklungsdaten sehr persönlich sind. Jeder hat einen anderen Vergrößerer mit unterschiedlichem Streulichtverhalten, ein anderes Thermometer, einen anderen Belichtungsmesser, eine andere Kippheftigkeit usw. Am eigenen Eintesten führt also kein Weg vorbei.

Entwicklungszeit in Minuten 08:30 12:00 14:00 16:00 19:00 21:00
mittlerer Gamma-Wert 0,43 0,52 0,58 0,61 0,65 0,69
echte Empfindlichkeit ISO 100 125 160 200 200 250

Die Kombination D100 und A49 zeigt besonders deutlich, warum eigenes Eintesten so wichtig ist. Das A49-Datenblatt gibt für g=0,65 eine Zeitspanne von 6:30 - 10:30 vor. Umgerechnet auf meinen 1-Min-Kipprhythmus wären das dann etwa 7:30 - 12:15 Minuten. Wie die auf solche Zeiten kommen, ist mir ein Rätsel.

Man erkennt in dieser Darstellung deutlich einen hohen Detailkontrast in den Schatten und eine etwas weniger differenzierte Grauwertwiedergabe in den bildwichtigen Mitteltönen. In der Praxis ist mir das letztere nicht negativ aufgefallen, aber die Schattenpartien kommen damit sehr gut. Das ist im Vergleich zur ID-11-Entwicklung mit weitgehend geradem Kurvenverlauf deutlich sichtbar.

Der Entwickler A49 wird von vielen wegen des "Matschkorns" gemieden. Bei den Delta-Filmen habe ich da aber noch nichts Negatives festgestellt. Da ich selten mit Stativ unterwegs bin, schätze ich die damit erreichbare hohe Filmempfindlichkeit. Die ist gut gegen Verwacklung und sorgt auf diese Weise für schärfere Bilder. Ein auch nur geringfügig verwackeltes Bild ist mit dem schärfsten Entwickler nicht mehr zu retten.

Dichtemessung: mit Laborbelichtungsmesser und Densitometer Hauck MSA-II auf dem Grundbrett meines Dunco II-66 Vergrößerers mit Multigrade-Mischkopf

Für alle Kurven gilt:
Kleinbildfilm Ilford Delta 100,
belichtet auf ISO-160 ("0" auf der x-Achse = Belichtung lt. Belichtungsmesser),
entwickelt in einer JOBO Dose 1520,
Entwickler Calbe A49 in Verdünnung 1+1,
Temperatur 20,0°C, gemessen mit kalibriertem Digitalthermometer,
Ilford-Kipprhythmus, d.h. erste Minute ständig, dann 3x jede volle Minute.

Mein Ziel ist immer, die Dichtekurven im Bereich der Zonen 2-8 (d.h. +/- 3 Blendenstufen) zwischen die beiden gestrichelten Linien zu bekommen, die einem Gamma von 0,60 bzw. 0,66 entsprechen. Dadurch erhalte ich die für mich ideale Entwicklungszeit und die dazugehörige Filmempfindlichkeit bei mindestens D=0,2 in Zone 2. Ich werte bewusst nicht nach dem unter Zonenfotografen üblichen Kriterium (Zone 1: D=0,1) aus, da die Dichtekurve im Fuß abflacht und die Werte dort schwer reproduzierbar sind. Die Definition der Filmempfindlichkeit nach ISO ist wieder eine andere, und die Filmhersteller geben nochmal andere, schwer nachvollziehbare Empfehlungen. Den größten Teil meiner Negative kann ich so auf jeden Fall mit einer Filtereinstellung im Bereich Gradation 2-3 vergrößern und mit den Schattendetails habe ich auch keine Probleme. Für nicht-durchschnittlichen Objektkontrast habe ich beim Vergrößern dann den nötigen Spielraum nach oben und unten.