FDn 50-1.4
> Delta 100 in A49 > APX 100 in Xtol > HP5+ in Xtol > Delta 3200

Agfa APX100, entwickelt in Kodak Xtol (1+1)

Dichtekurven

x-Achse: Blendenstufen, 0 entspricht Belichtungsmessereinstellung auf ISO-80
y-Achse: log. Dichte über dem Grundschleier; die Punkte geben den Detailkontrast γ an

Bitte beachten: Es handelt sich hier um einmalige, statistisch nicht abgesicherte Messungen. Diese ersetzen früher hier gezeigte Messungen von Testfilmen, die mit einem 60s-Kipprhythmus entwickelt wurden. Meine persönliche Erfahrung damit war, dass trotz größter Sorgfalt ein 60s-Kipprhythmus bei Entwicklungszeiten unter 10 Minuten zu stark streuenden Ergebnissen geführt hat. Daher habe ich APX/Xtol mit 30s-Kipprhythmus neu eingetestet. Dass meine Entwicklungszeiten trotzdem von denen aus anderen Quellen abweichen (z.B. Xtol-Datenblatt oder Anchell/Troop: The Film Developing Cookbook) ist der Beweis, dass Entwicklungsdaten sehr persönlich sind. Jeder hat einen anderen Vergrößerer mit unterschiedlichem Streulichtverhalten und damit ein anderes Ziel-gamma, ein anderes Thermometer, einen anderen Belichtungsmesser, eine andere Kippheftigkeit usw. Am eigenen Eintesten führt also kein Weg vorbei.

Entwicklungszeit in Minuten 8:30 9:30 10:00 11:00
mittlerer Gamma-Wert 0,59 0,62 0,67 0,72
echte Empfindlichkeit ISO 50 64 80 100

Hier die Empfehlung aus einem alten Xtol-Datenblatt: APX100, belichtet auf ISO-200, 12:00 Min (30s-Kipp) soll einen Kontrast-Index von 0,65 ergeben. Ich hab's erst gar nicht ausprobiert! Auch dieser Vergleich zeigt, wie wichtig eigenes Eintesten ist.

Man erkennt einen hohen Detailkontrast in den mittleren Grautönen, Schatten und Lichter sind dagegen weniger differenziert! Die ab etwa Zone VII-VIII (2-3 Blenden Überbelichtung) abflachende Kurve bedeutet stark ausgeglichene Lichter. Im Gegensatz zu einem Film mit langer gerader Kennlinie muss man hier also genau belichten, was mit modernen Kameras kein Problem sein sollte. Diese Detailkontrastkurve sieht mit Rodinal oder Neofin übrigens völlig anders aus: Bei diesen Entwicklern werden die Lichterpartien besser differenziert, neigen dafür aber auch zum "ausfressen".

Dichtemessung: mit Laborbelichtungsmesser und Densitometer RHD Analyser Pro auf dem Grundbrett meines Dunco II-66 Vergrößerers mit Multigrade-Mischkopf.

Für alle Kurven gilt:
Kleinbildfilm Agfa APX100,
belichtet auf ISO-80 ("0" auf der x-Achse = Belichtung lt. Belichtungsmesser),
entwickelt in einer JOBO Dose 1520,
Entwickler Kodak Xtol in Verdünnung 1+1,
Temperatur 20,0°C, gemessen mit kalibriertem Digitalthermometer,
Kipprhythmus, erste halbe Minute ständig, dann 2x alle 30 Sekunden.

Mein Ziel ist, die Dichtekurven im Bereich der Zonen 2-8 (d.h. +/- 3 Blendenstufen) zwischen die beiden oberen gestrichelten Linien zu bekommen, die einem Gamma von 0,60 bzw. 0,67 entsprechen. Für die dazugehörige Filmempfindlichkeit definiere ich(!) eine Dichte D=0,2 in Zone 2, also bei 3 Blendenstufen Unterbelichtung. Ich werte bewusst nicht nach dem unter Zonenfotografen üblichen Kriterium (Zone 1 mit D=0,1) aus, da die Dichtekurve im Fuß abflacht und die Werte dort schwer reproduzierbar sind. Wie schwierig die Auswertung bei D=0,1 sein kann, zeigen die obigen Kurvenverläufe sehr gut. Die Definition der Filmempfindlichkeit nach ISO ist übrigens wieder eine andere, und die Filmhersteller geben nochmal andere, überhaupt nicht nachvollziehbare Empfehlungen. Den größten Teil meiner Negative kann ich so auf jeden Fall mit einer Filtereinstellung mit etwa Gradation 2 vergrößern und mit den Schattendetails habe ich auch keine Probleme. Für nicht-durchschnittlichen Objektkontrast habe ich beim Vergrößern dann den nötigen Spielraum nach oben und unten.